Jeder Traum erfüllt einen Wunsch, verspricht die Psychologie. Doch das Träumen fühlt sich nach viel mehr an. Träume haben es den Menschen ermöglicht, ohne Flügel zu fliegen und sich das Unmögliche lebensecht vorzustellen. Wer träumt, entflieht nicht nur der Realität ‒ er bereichert und verwandelt sie sogar. Ohne Träume, die dem Leben widersprechen, wäre das Leben kaum denkbar.
Mein Vater war ein gebildeter Mann. Er hatte viele Länder bereist, viel erlebt und seine Denkweise war durch Rücksicht und Verständnis geprägt...
Wenn man anfängt über Träume nachzudenken, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Man fühlt sich wie in einem Ozean mit vielen unbekannten Phänomenen, weil alles so verschlüsselt ist.
Träume sind kulturelle Artefakte: Sie sind der goldene Weg zum Unbewussten einer Kultur und eines Individuums. Sie wühlen auf, sie sind lustig, sie machen Angst, sie zeigen uns auf symbolische Weise, was unser Selbst aktuell an Themen und inneren Konflikten verhandelt...
In einer früheren Ausgabe des Magazines haben wir uns mit der Beziehung von Shopping Sucht und Narzissmus auseinander gesetzt. In einer Kultur des höher, schneller, weiter, stärker, größer und besser passt ein Kaufrausch, ein sich Abgrenzen, ein sich Überhöhen, ein Besser sein wollen im Vergleich zu seinen Mitmenschen: oder anders gesagt, der Kaufrausch passt gut zu einem narzisstischen Subjekt, das konkurrieren will oder manchmal muss, um in der Welt zu bestehen.